Der heilige Robert Bellarmin hat einen Katechismus geschrieben, aus dem ich u.a. zitieren möchte, wenn ich die Sakramente behandle. Andreas Wollbold, der den Großen Katechismus für die heutige Zeit übersetzt und aufbereitet hat, schreibt im Vorwort:
"Ist Glaube kompliziert? Muss man dafür dicke Bücher lesen, nur um am Ende zu sagen: Verstanden habe ich immer noch nicht viel? Vor 400 Jahren hat der heilige Robert Bellarmin (1542–1621) seinen großen Katechismus vorgelegt, der das Gegenteil beweist.
Der Jesuit, Kardinal und Kirchenlehrer verfasste ein kleines Meisterwerk, das bis heute nichts von seiner Frische verloren hat. Knapp, klar und klassisch ist, was er zu Glauben, Gebet, Sakramenten und Moral zu sagen hat. Er ergänzt seine Erläuterungen mit Hinweisen auf Stellen der Bibel, der Kirchenväter und der Konzilien. Wer wissen will, was die Kirche im großen Strom der Geschichte geglaubt und gelehrt hat, ist hier an der besten Adresse. Behutsam bereitet diese Ausgabe Bellarmins Katechismus für den heutigen Gebrauch auf. Die Strukturen des Werkes werden hervorgehoben und die Gedankenschritte in Schaubildern zusammengefasst. In der Tradition des Bellarmin’schen Katechismus schließt ein Gebetsteil das Werk ab."
Ich bin auf diesen Heiligen gestoßen, als ich erfuhr, dass er regelmäßig zusammen mit der Gottesmutter in dem kleinen Ort Sievernich in der Eifel erschienen ist und - nach Ausbleiben der Marienerscheinungen im Jahr 2005 - dort immer noch erscheint und seinen "täglichen Katechismen" gibt, die auf der Webseite der Erscheinungen regelmäßig veröffentlicht werden. Robert Bellarmin zitiert dort seinen alten Originaltext. Der Buchstabe "L"steht für "Lehrer", "S" steht für "Schüler". Der Lehrer fragt, der Schüler gibt die richtige Antwort. Manchmal ist es auch umgekehrt.
Die Tatsache, dass der hl. Robert Bellarmin erscheint, unterstreicht die Wichtigkeit der Unterweisung im Katechismus, die es ja - leider Gottes - heutzutage kaum noch irgendwo gibt. Das Wissen über Glaubensinhalte ist, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen, zugrunde gegangen. Es ist dem Himmel ein Anliegen, diesem Manko abzuhelfen und uns im Glauben neu zu unterweisen.
Die Tatsache, dass der hl. Robert Bellarmin erscheint, unterstreicht die Wichtigkeit der Unterweisung im Katechismus, die es ja - leider Gottes - heutzutage kaum noch irgendwo gibt. Das Wissen über Glaubensinhalte ist, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen, zugrunde gegangen. Es ist dem Himmel ein Anliegen, diesem Manko abzuhelfen und uns im Glauben neu zu unterweisen.
Die Sakramente - Einführung
L: Wir haben schon all das behandelt, was man glauben, hoffen und tun muss. Nun bleibt uns noch, dass wir die heiligen Sakramente behandeln, durch die man die Gnade Gottes erlangt. So sagt, wieviele Sakramente gibt es?
S: Es gibt sieben. 1.Taufe. 2. Firmung. 3. Eucharistie. 4. Buße. 5. Heilige Ölung. 6. Weihe. 7. Ehe.
L: Wer hat sie eingesetzt?
S: Jesus Christus, unser Herr.
L: Welche Wirkung hat die Taufe?
S: Sie macht einen Menschen zu einem Kind Gottes und zum Erben des Paradieses, sie tilgt alle Sünden und erfüllt die Seele mit Gnade und mit geistlichen Gaben.
L: Welche Wirkung hat die Firmung?
S: Sie stärkt den Menschen, damit er keine Furcht hat, den Glauben an Christus, unseren Herrn, zu bekennen. So macht sie uns zu wahren Soldaten des Erlösers.
L: Welche Wirkung hat die Eucharistie?
S: Sie nährt die Liebe, das Leben der Seele, und lässt sie Tag für Tag mehr wachsen. Auch wenn sie unter der Gestalt von Brot gereicht wird, ist sie in Wirklichkeit kein Brot, sondern der wahre Leib des Herrn. Ebenso ist das im Kelch kein Wein, auch wenn es Wein zu sein scheint, sondern unter der Gestalt von Wein ist es das wahre Blut Christi, unseres Herrn, selbst.
L: Welche Wirkung hat die Beichte?
S: Sie vergibt die Sünden, die man nach der Taufe begangen hat, und lässt den zur Freundschaft Gottes zurückkehren, der durch die Sünde sein Feind geworden ist.
L: Was muss man tun, um dieses Sakrament zu empfangen?
S: Zuerst muss man über seine Sünden Reue zeigen und sich vornehmen, sie nie mehr zu begehen. Dann muss man alle Sünden dem Priester beichten, der von den Oberen dafür zugelassen ist. Schließlich muss man die Buße verrichten, die der Priester jemanden auferlegen wird.
L: Welche Wirkung hat die heilige Ölung?
S: Sie tilgt die Überbleibsel der Sünden, sie gibt der Seele Freude und Stärke, um in dieser letzten Stunde mit dem Teufel zu kämpfen, und sie hilft, die Gesundheit des Leibes wiederzuerlangen, wenn sie dem Heil der Seele von Nutzen ist.
L: Welche Wirkung hat das Sakrament der Weihe?
S: Es gibt den Priestern Vollmacht und Gnade und den übrigen Dienern der Kirche die Fähigkeit, ihre Aufgaben gut zu erfüllen.
L: Welche Wirkung hat das Sakrament der Ehe?
S: Es gibt denen, die sich in erlaubter Weise miteinander zum gemeinsamen Leben in der Ehe verbinden, Kraft und Gnade. Weiterhin gibt sie ihnen Frieden und Liebe, damit sie Kinder in heiliger Gottesfurcht zeugen und aufziehen. So sollen sie daraus Freude in diesem und im jenseitigen Leben erhalten.
***
Kapitel IX: Erklärung der Sakramente der heiligen Kirche ➥
S: Mit Hilfe der Gnade Gottes habe ich die drei Hauptstücke der christlichen Lehre gelernt. Nun müssen Sie mir noch den vierten Teil erklären, der, wenn ich mich recht erinnere, die sieben Sakramente der Kirche enthält.
L: Dieser Teil der Lehre ist von großem Nutzen. Deshalb müsst ihr ihn besonders sorgfältig lernen. Ihr müsst also wissen, dass es in der heiligen Kirche einen großen Schatz gibt, die heiligen Sakramente, durch die wir die Gnade Gottes erwerben, sie bewahren, sie vermehren und, falls wir sie aus eigener Schuld verlieren, sie wieder gewinnen. Ich will euch also erklären, was ein Sakrament ist, wie viele Sakramente es gibt, von wem sie eingesetzt worden sind und einige wenige andere Punkte. Danach gehen wir zur Erklärung jedes einzelnen von ihnen über.
S: Beginnen Sie bitte mit der Erklärung, was ein Sakrament ist! Das möchte ich nämlich besonders gern wissen.
L: Ein Sakrament ist ein heiliges Geheimnis, durch das Gott uns seine Gnade mitteilt und uns dabei zugleich äußerlich die unsichtbare Wirkung darstellt, die die Gnade in unserer Seele vollbringt. Denn wenn wir körperlose Geistwesen wären, wie es die Engel sind, würde Gott uns seine Gnade auf geistliche Weise geben. Da wir aber aus Seele und Leib zusammengesetzt sind, gibt uns unser Herr seine Gnade mittels bestimmter leiblicher Handlungen, um unserer Natur entgegenzukommen. Wie gesagt erklären uns diese Handlungen durch bestimmte äußere Ähnlichkeiten die innere Wirkung der Gnade. Zum Beispiel erfolgt die heilige Taufe, eines der Sakramente der Kirche, dadurch, dass der Leib mit Wasser abgewaschen wird und gleichzeitig die allerheiligste Dreifaltigkeit angerufen wird. Mittels dieses Ritus einer Waschung gibt Gott seine Gnade und legt sie in die Seele dessen, der getauft wird. Und er zeigt uns, dass die Gnade die Seele so wäscht und von jeglicher Sünde reinigt, wie jenes Wasser den Leib abwäscht.
S: Wenn ich das richtig verstanden habe, müssen drei Bedingungen erfüllt sein, um etwas zu einem Sakrament zu machen: erstens dass es ein Ritus, d.h. eine äußere Handlung ist, zweitens dass Gott durch sie seine Gnade gibt und drittens dass dieser Ritus eine Ähnlichkeit mit der Wirkung der Gnade aufweist und sie so darstellt und äußerlich auf sie hinweist.
L: Das habt Ihr sehr gut verstanden. Darüber hinaus müsst Ihr nun wissen, dass es insgesamt sieben Sakramente gibt und dass sie Taufe, Firmung oder Firmsalbung, Eucharistie, Buße, Letzte Ölung, Weihe und Ehe heißen. Dass es sieben sind, hat folgenden Grund: Bei der Verleihung des geistlichen Lebens wollte Gott genauso vorgehen, wie er normalerweise bei der Verleihung des leiblichen Lebens vorgeht. Beim leiblichen Leben ist es wie folgt: man muss zuerst geboren werden; zweitens wachsen; drittens Nahrung erhalten; viertens, wenn man krank ist, geheilt werden; fünftens, wenn man zu kämpfen hat, eine Rüstung erhalten; sechstens muss es jemanden geben, der die bereits geborenen und aufgewachsenen Menschen anleitet und führt; siebtens muss es jemanden geben, der sich der Vermehrung des Menschengeschlechts widmet, denn wenn die einmal Geborenen ohne Nachfolger sterben würden, würde die Menschheit bald aussterben. Beim geistlichen Leben nun muss in uns zuerst die Gnade Gottes geboren werden, und das geschieht durch die Taufe. Zweitens muss diese Gnade wachsen und stark werden, und das geschieht durch die Firmung. Drittens muss sie genährt und erhalten werden, und das tut die Eucharistie. Viertens muss sie wiedergewonnen werden, wenn sie verloren wurde, und das geschieht durch die Arznei der Buße. Fünftens muss der Mensch an der Schwelle des Todes gegen den höllischen Feind bewaffnet werden, und das geschieht durch die Letzte Ölung. Sechstens muss es in der Kirche jemanden geben, der uns in diesem geistlichen Leben anleitet und führt, und dazu ist die Weihe da. Siebtens muss es in der Kirche ebenso jemanden geben, der sich in heiliger Weise der Vermehrung des Menschengeschlechts widmet, weil sich so die Zahl der Gläubigen mehrt, und dazu ist das Ehesakrament da.
S: Wer hat denn so wunderbare Dinge erdacht und eingesetzt?
L: Diese so wunderbaren Sakramente konnte nur die göttliche Weisheit selbst erfinden, und einsetzen konnte sie ebenfalls nur Gott selbst, da er die Gnade verleihen kann. Und so hat Christus, unser Herr, der Gott und Mensch ist, sie erdacht und eingesetzt. Außerdem sind alle Sakramente wie Kanäle, durch die die Kraft des Leidens Christi zu uns fließt. Es ist also klar, dass dieser Schatz des Leidens Christi auch nur in der Weise und mit den Mitteln ausgeteilt werden kann, die Christus selbst festgelegt hat.
S: Ich möchte gerne wissen, ob es zur Zeit des Alten Testamentes auch Sakramente gab und ob sie so vortrefflich waren wie unsere.
L: Im Alten Testament gab es viele Sakramente, jedoch unterschieden sie sich von den unseren in vier Punkten. Erstens war ihre Zahl größer als bei unseren. Darum war das alte Gesetz auch schwieriger als das neue. Zweitens waren die damit verbundenen Erfordernisse schwieriger einzuhalten als bei unseren. Drittens waren sie dunkler, weshalb ihre Bedeutung auch nur von wenigen verstanden wurde, während unsere eine so klare Bedeutung haben, dass jeder sie begreifen kann. Viertens teilten sie nicht wie unsere die Gnade mit, sondern gaben von ihr nur ein Vorausbild und eine Verheißung. So sind unsere Sakramente viel vortrefflicher, weil sie geringer an Zahl, leichter, klarer und wirksamer als jene sind.
S: Ich möchte auch gern wissen, welches von unseren Sakramenten das bedeutendste ist.
L: Sie alle sind bedeutsam, jedes von ihnen besitzt eine ganz eigene erhabene Größe. Das größte von allen ist das allerheiligste Sakrament der Eucharistie, weil in ihm der Urheber der Gnade und alles Guten selbst enthalten ist, Christus, unser Herr. Was allerdings die Notwendigkeit angeht, sind die Taufe und die Buße die wichtigsten. Was die Würde dessen, der die Sakramente spenden kann, angeht, sind die Firmung und die Weihe die bedeutendsten, weil diese beiden Sakramente normalerweise nur der Bischof spenden kann. Was die Leichtigkeit angeht, so nimmt die Letzte Ölung den ersten Platz ein, weil bei ihr die Sünden ohne die Mühe der Buße vergeben werden. Was die Ebene des Sinnbildes angeht, so ist die Ehe das größte, weil sie die Verbindung Christi mit der Kirche darstellt.

