Gerne möchte ich hier einen Ausschnitt aus "Das bittere Leiden unseres Herrn Jesus Christus" nach den Visionen von Anna Katharina Emmerick mit euch teilen. Es ist für mich das Schönste, was ich seit Langem gelesen habe! Danke, Jesus, für dieses Geschenk, dass wir sehen dürfen, was wir im Credo bekennen: "... hinabgestiegen in das Reich des Todes"!
Einiges von der Höllenfahrt
Als Jesus mit einem lauten Schrei seine allerheiligste Seele aufgab, sah ich diese als eine
Lichtgestalt mit vielen Engeln, unter denen auch Gabriel war, am Fuße des heiligen Kreuzes in
die Erde hinabfahren. Seine Gottheit aber sah ich sowohl mit dieser seiner Seele als mit seinem
am Kreuze hängenden Leibe vereinigt bleiben. Ich vermag die Weise, wie dieses geschah, nicht
auszusprechen. Ich sah den Ort, wo die Seele Jesu hinging, in drei Teilen, wie drei Welten, und
hatte die Empfindung, dass sie rund seien und dass jeden dieser Orte eine Umgebung, eine Sphäre
von dem andern scheide.
Vor der Vorhölle war ein heller und sozusagen grüner heiterer Raum. Es war dies jener Raum, in
welchen ich immer die vom Fegfeuer erlösten Seelen eintreten sehe, ehe sie zum Himmel geführt
werden. Die Vorhölle, in welcher jene sich befanden, die der Erlösung harrten, war mit einer
grauen, nebeligen Sphäre umgeben und in verschiedene Kreise geteilt. Der Heiland, leuchtend
und von den Engeln wie im Triumph geführt, drang zwischen zweien dieser Kreise hindurch,
deren linker die Altväter bis auf Abraham, deren rechter die Seelen von Abraham bis auf
Johannes den Täufer umfasste. Jesus drang zwischen beiden hindurch, und sie kannten ihn noch
nicht, aber alles erfüllte sich mit Freude und Sehnsucht, und es war, als erweiterten sich diese
bangen, bedrängten Räume der Sehnsucht. Es drang wie Luft, wie Licht, wie Tau der Erlösung
erquickend durch sie hin, und all dies war schnell wie das Wehen eines Windes.
Der Herr aber
drang zuerst zwischen diesen beiden Kreisen in einen nebeligen Raum, wo sich Adam und Eva,
die ersten Eltern, befanden. Er redete zu ihnen, und sie beteten ihn mit unaussprechlichem
Entzücken an. Der Zug des Herrn drang nun, von dem ersten Menschenpaar begleitet, links zu
der Vorhölle der Altväter, welche vor Abraham gelebt. Es war dies eine Art Fegfeuer, denn es
waren hie und da böse Geister zwischen ihnen, welche einzelne aus diesen Seelen mannigfach
bedrängten und ängstigten. Die Engel pochten an und befahlen zu öffnen, denn hier war ein
Eingang, weil ein Eindringen, ein Tor, weil ein Abschluss, ein Pochen, weil ein Ankünden des
Kommens, und es war mir, als riefen die Engel: «Tut auf die Pforten, öffnet die Tore!», und
Jesus zog ein im Triumph, und die bösen Geister wichen zurück und schrien: «Was hast du mit
uns, was willst du hier, willst du uns nun auch kreuzigen?» Die Engel aber banden sie und
trieben sie vor sich her. Diese Seelen aber kannten Jesus nur wenig und wussten nur dunkel von
ihm, und er verkündete sich ihnen, und sie lobsangen ihm. Nun wendete sich die Seele des Herrn
zu dem Raum der Rechten, zu der eigentlichen Vorhölle, und vor dieser begegnete ihm die Seele
des guten Schächers, von Engeln begleitet in Abrahams Schoß eingehend, und der böse
Schächer, der, von bösen Geistern umgeben, zur Hölle fuhr. Die Seele Jesu redete sie an und zog
sodann, von der Schar der Engel und Erlösten und der vertriebenen bösen Geister begleitet, in
den Schoß Abrahams ein.
Dieser Raum schien mir höher zu liegen, es war, als gehe man unter dem Kirchhof und steige
dann aus der Erde in die Kirche empor. Die gebundenen bösen Geister sträubten sich und
wollten nicht hier durch, aber sie wurden von den Engeln mit Gewalt hindurchgeführt. Hier
waren alle heiligen Israeliten, links die Patriarchen, dann Moses, die Richter, die Könige; rechts
die Propheten und alle Vorfahren Jesu und ihre Verwandten, bis auf Joachim, Anna, Joseph,
Zacharias, Elisabeth und Johannes. Hier in diesem Raum waren keine bösen Geister und keine
Qual als die Sehnsucht nach der Verheißung, und diese war jetzt erfüllt. Eine unaussprechliche
Wonne und Seligkeit durchdrang alle die Seelen, welche den Erlöser begrüßten und anbeteten;
die gefesselten bösen Geister aber mussten gezwungen ihre Schmach vor ihnen bekennen. Viele
der Seelen wurden emporgesendet, ihre Leiber aus den Gräbern zu erheben und, in diesen
sichtbar, Zeugnis von dem Herrn zu geben. Dies war die Zeit, als so viele Tote aus ihren Gräbern
in Jerusalem hervorgingen. Sie erschienen mir wie wandelnde Leichen und legten ihre Leiber
wieder zur Erde, wie ein Gerichtsbote seinen Amtsmantel ablegt, wenn er die Befehle seiner
Obrigkeit vollzogen hat.
Ich sah nun den Triumphzug des Heilandes wieder in eine tiefere Sphäre eindringen, wo sich
fromme Heiden, welche die Wahrheit geahnt und sich nach ihr gesehnt, in einer Art von
Reinigungsort befanden. Es waren böse Geister unter ihnen, denn sie hatten Götzenbilder; ich
sah die bösen Geister gezwungen, ihren Trug zu bekennen, und sah die Seelen mit rührender
Freude dem Heiland huldigen. Es wurden aber auch hier die Teufel gefesselt und
weitergetrieben.
So sah ich den Triumph des Erlösers, mancherlei Seelenbehälter befreiend, in großer
Schnelligkeit durchziehen und noch unendlich vieles tun, ich vermag es aber in meinem elenden
Zustand nicht auszusprechen.
Endlich sah ich ihn mit großem Ernst zum Kern des Abgrundes, zur Hölle nahen. Sie erschien
mir in Form eines unübersehbar großen, schrecklichen, schwarzen, metallglänzenden
Felsenbaues, dessen Eingang ungeheure, furchtbare schwarze Tore mit Riegeln und Schlössern
bildeten, die Grausen erregten. Ein Gebrüll und Geschrei des Entsetzens wurde vernommen, die
Tore wurden aufgestoßen, und es erschien eine greuliche finstere Welt.
So wie ich die Wohnungen der Seligen in Gestalt des himmlischen Jerusalem als eine Stadt und,
nach unzähligen Bedingungen der Seligkeit, als verschiedenartige Schlösser und Gärten voll
wunderbarer Früchte und Blumen mancher bestimmter Arten zu sehen pflegte, sah ich auch hier
alles in Form einer zusammenhängenden Welt, in Gestalt von mannigfachen Gebäuden, Räumen
und Gefilden. Aber alles ging aus dem Gegensatz der Seligkeit, aus Pein und Qual hervor. Wie
im Aufenthalt der Seligen alles nach den Gründen und Verhältnissen des unendlichen Friedens,
der ewigen Harmonie und Genugtuung geformt erscheint, so hier alles in den Missverhältnissen
des ewigen Zornes, der Uneinigkeit und der Verzweiflung. Wie im Himmel unaussprechlich
schöne, durchsichtige, mannigfache Gebäude der Freude und der Anbetung, so hier ebenso
unzählig mannigfaltige finstere Kerker und Höhlen der Qual, des Fluches, der Verzweiflung; wie
dort die wunderbarsten Gärten voll Früchten der göttlichen Erquickung, so hier die grässlichsten
Wüsten und Sümpfe voll Qual und Pein und allem, was Greuel und Ekel und Entsetzen erregen
kann. Ich sah Tempel, Altäre, Schlösser, Throne, Gärten, Seen, Ströme des Fluches, des Hasses,
des Greuels, der Verzweiflung, der Verwirrung, Pein und Marter, wie im Himmel des Segens,
der Liebe, der Eintracht, Freude und Seligkeit. Hier die zerreißende ewige Uneinigkeit der
Verdammten wie dort die selige Gemeinschaft der Heiligen. Alle Wurzeln der Verkehrtheit und
Unwahrheit waren hier in unzähligen Erscheinungen und Werken der Qual und Pein ausgebildet,
und nichts war recht hier, kein Gedanke beruhigend als der ernste Gedanke an die göttliche
Gerechtigkeit, dass jeden Verdammten die Qual und Pein ergriff, welche seine Schuld für ihn
gepflanzt hatte; denn alles Schreckliche, was hier erschien und geschah, war das Wesen und die
Gestalt und der Ingrimm der entlarvten Sünde, der Schlange, welche sich gegen jene wendet, die
sie in ihrem Busen genährt. Ich sah da einen ganz schauderhaften Säulenbau mit Verhältnissen
ebenso zu Schreck und Angst eingerichtet wie im Reiche Gottes zu Frieden und Ruh. Es ist
dieses alles wohl zu verstehen, aber im einzelnen unaussprechlich!
Als die Tore von den Engeln aufgestoßen worden, sah man in ein Gewühl von Widersetzen,
Fluchen, Schimpfen, Heulen und Wehklagen. Ich sah, dass Jesus die Seele des Judas anredete.
Einzelne Engel warfen ganze Scharen von bösen Geistern nieder. Alle mussten Jesus erkennen
und anbeten, und dies war ihnen die furchtbarste Qual. Eine große Menge wurde in einen Kreis
um andere herum gefesselt, welche dadurch gebunden wurden. In der Mitte war ein Abgrund
von Nacht. Luzifer ward gefesselt in diesen geworfen, und es brodelte schwarz um ihn. Es
geschah alles dieses nach bestimmten Gesetzen. Ich hörte, dass Luzifer, wo ich nicht irre, 50 oder
60 Jahre vor dem Jahre 2000 nach Christus wieder auf eine Zeitlang solle freigelassen werden.
Viele andere Zahlenbestimmungen weiß ich nicht mehr. Einige andere sollten früher zur Strafe
und Versuchung freigelassen werden. In unsere Zeit, meine ich, traf die Loslassung einiger, und
anderer kurz nach unserer Zeit.
Es ist mir unmöglich, alles zu sagen, was mir gezeigt wurde. Es ist zu viel, und ich kann es nicht
in Ordnung und in die Reihe bringen, auch bin ich so schrecklich krank, und wenn ich davon
spreche, kommt mir alles wieder vor die Augen, und man könnte sterben bei dem Anblick.
Ich sah aber noch, wie die erlösten Seelen in unendlichen Scharen aus den Reinigungsorten und
der Vorhölle die Seele des Herrn nach einem freudigen Ort unter dem himmlischen Jerusalem
emporbegleiteten. Es ist dort, wo ich vor einiger Zeit auch einen seligen Freund von mir gesehen
habe. Hierhin kam nun auch die Seele des frommen Schächers und sah den Herrn nach seiner
Verheißung im Paradiese wieder. Ich sah, dass hier den Seelen Freude und Erquickung an
solchen himmlischen Tafeln bereitet war, wie sie mir öfters in Trostbildern erscheinen.
Ich kann von allem diesem keine Zeit und keine Dauer bestimmen, auch vermag ich nicht alles
zu erzählen, was ich gesehen und gehört habe, weil ich es jetzt teils selbst nicht mehr recht
verstehe und weil es teils missverstanden werden könnte. Ich habe aber den Herrn an sehr
verschiedenen Orten, sogar im Meer, gesehen; es war, als heilige und befreie er alle Kreatur,
überall flohen vor ihm die bösen Geister zum Abgrund. Ich sah dann auch die Seele des Herrn an
vielen Orten in der Erde. Ich sah sie innerhalb des Grabes von Adam unter Golgota erscheinen,
und die Seelen von Adam und Eva kamen dort wieder zu ihm, und er sprach mit ihnen, und ich
sah ihn unter der Erde mit ihnen in vielen Richtungen von Grab zu Grab vieler Propheten
hinziehend, deren Seelen sich bei ihren Gebeinen zu ihm gesellten und denen er vieles erklärte.
Dann sah ich ihn mit dieser auserwählten Schar, worunter auch David war, an vielen Orten
seines Lebens und Leidens erscheinen und ihnen das Vorbildliche, das ihnen dort geschehen war,
erklären und ihnen alle seine Erfüllung desselben mit unaussprechlicher Liebe zueignen.
So sah ich ihn unter anderem auch den Seelen an seiner Taufstelle, wo viel Vorbildliches
geschehen war, alles erklären, und ich betrachtete mit tiefer Rührung über die unendliche
Barmherzigkeit Jesu, als lasse er ihnen die Gnade seiner heiligen Taufe zugutekommen.
Es ist unaussprechlich rührend, die Seele des Herrn, von diesen seligen getrösteten Geistern
umgeben, leuchtend durch die dunkle Erde, durch Felsen, durch Wasser und Luft und über der
Erde ruhig hinschweben zu sehen.
Dies ist das wenige, dessen ich mich noch aus meiner reichen Betrachtung der Höllenfahrt des
Herrn und seiner Erlösung der gerechten Seelen der Altväter nach seinem Tode erinnere. Aber
ich sah auch außer diesem zeitlichen Bilde ein ewiges Bild seiner Barmherzigkeit mit den Armen
Seelen an diesem Tag. Ich sah, wie er bei der jährlichen Feier dieses Tages durch die Kirche
einen rettenden Blick in das Fegefeuer wirft, ich sah, wie er noch heute, am Karsamstag, da ich
diese Betrachtung hatte, einzelne Seelen, die sich bei seiner Kreuzigung versündigt hatten, aus
dem Reinigungsort erlöste. Ich sah heute die Erlösung vieler mir unbekannter und auch
bekannter Seelen, aber ich nenne sie nicht.
Die Erzählende sprach noch heute in ekstatischem Zustand so viel wie: Das erste Absteigen Jesu
zur Vorhölle ist die Erfüllung früherer Vorbilder und selbst wieder ein Vorbild, dessen Erfüllung
das heutige Erlösen ist. Die Höllenfahrt, die ich sah, ist ein Bild aus einer verflossenen Zeit, aber
das heutige Erlösen ist eine fortdauernde Wahrheit; denn die Höllenfahrt Jesu ist das Pflanzen
eines Gnadenbaumes seiner Verdienste für die Armen Seelen, und das fortwährende und auch
heutige Erlösen der Armen Seelen ist das Fruchtbringen dieses Gnadenbaumes im geistlichen
Garten des Kirchenjahres. Die streitende Kirche aber muss den Baum pflegen und die Früchte
sammeln und der leidenden Kirche zukommen lassen, weil diese selbst nichts für sich wirken
kann. So ist es mit allen Verdiensten des Herrn, wir müssen mitwirken, um ihrer teilhaftig zu
werden. Im Schweiße unseres Angesichtes sollen wir unser Brot essen. Alles, was Jesus in der
Zeit für uns getan, bringt ewige Früchte, aber wir müssen sie in der Zeit pflegen und brechen,
sonst können wir sie nicht in der Ewigkeit genießen. Die Kirche ist ein vollkommener Hausvater,
ihr Jahr ist der vollkommenste Garten aller ewigen Früchte in der Zeit, es ist in einem Jahr genug
von allem für alle. Wehe allen faulen und treulosen Pflegern des Gartens, so irgendeine Gnade
verkommen würde, die einen Kranken hätte heilen, einen Schwachen hätte stärken, einen
Hungernden hätte sättigen können. Sie werden am Tage des Gerichtes dem Hausvater auch das
letzte Hälmlein verrechnen müssen!"
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Alles, was Jesus getan hat, setzt sich wie ein Echo in unserer Geschichte fort; also geht er auch an jedem Karfreitag / Karsamstag in die Unterwelt, um Seelen zu befreien und böse Geister zu fesseln.
Hölle und Teufel sind - leider Gottes! - eine Wahrheit, die in der Kirche verschwiegen wird. Es gereicht Satan zur Freude, wenn wir die Hölle leugnen bzw. sagen, sie sei leer, es gäbe weder sie noch ihn, Satan.
Man müsste viel mehr und von der Gefahr, dort zu landen, sprechen!





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